Juli 18

Der wahre Grund, der dich davon abhält, für dich selbst loszugehen

In diesem Artikel möchte ich mit dir über typische Erfolgsverhinderer sprechen. Damit meine ich Ängste und Überzeugungen, die dafür sorgen, dass du zwar permanent darüber nachdenkst, etwas zu verändern, letztendlich aber nicht losgehst. Der Titel ist nicht ganz treffend, denn tatsächlich gibt es nicht nur einen Grund, sondern mehrere.

Diese Erfolgsverhinderer tarnen sich sehr geschickt. Sie liefern deinem Verstand Argumente, die einfach sind und rational betrachtet vollkommen logisch erscheinen. Dahinter stecken aber meist ganz andere Gründe, die viel tiefer gehen. Beide Seiten bzw. beide Ebenen möchte ich mit dir ein wenig genauer beleuchten. Im ersten Teil findest du die „oberflächlicheren“ Gründe, die unser Verstand uns oft präsentiert. Anschließend teile ich mit dir, was meiner Erfahrung nach in den meisten Fällen tatsächlich dahintersteckt.

Ich habe hier für dich die Top 5 Themen, die mir am häufigsten begegnen, zusammengestellt. Schau einmal für dich, ob du dich in einem oder auch in mehreren Bereichen wiedererkennst.

Level 1 – Die vermeintlichen Gründe

Thema 1: Zeit/Zeitpunkt

Typische Gedanken hier sind: „Ich habe nicht die Zeit, um mich damit zu beschäftigen.“ oder „Es ist gerade einfach nicht der richtige Zeitpunkt.“

Es ist gerade so wahnsinnig viel los in deinem Leben. Dein Job ist vereinnahmend, vielleicht hast du Kinder, möchtest genügend Zeit mit deinem Partner verbringen, der Sport darf nicht zu kurz kommen, gerade jetzt im Sommer möchtest du Zeit mit Freunden im Biergarten verbringen und dann wartet da ja schließlich noch die Wohnung, die in Schuss gehalten werden will. Also jetzt im Moment hast du wirklich nicht den Kopf, dich damit zu beschäftigen, was du eigentlich gerne verändern möchtest – das machst du dann, wenn ein bisschen Ruhe eingekehrt ist

Thema 2: Geld

Typischer Gedanke: „Ich kann es mir nicht leisten.“ 

Das kann sich auf die Veränderung selbst beziehen, wenn du z.B. überlegst, den Job zu wechseln und befürchtest, erst einmal keinen neuen zu finden oder in einem anderen weniger zu verdienen. Das kann auch eine Reise sein, die du so gerne machen würdest oder ein neues Hobby, das du gerne ausprobieren würdest. Es kann sich aber auch z.B. auf die Investition in einen Coach beziehen.

Thema 3: Alter

Typischer Gedanke: „Ich bin zu alt, um etwas Neues zu machen.“

Du bist mittlerweile schon so lange in die eine Richtung gelaufen und denkst, jetzt ist es auch zu spät, um noch einmal etwas Neues zu starten. Das dauert schließlich so lange, du müsstest vielleicht noch eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren – da brauchst du gar nicht mehr anzufangen.

Thema 4: Qualifikation

Typische Gedanken hier sind: „Das kann ich nicht“, „Das habe ich nicht gelernt“ oder „Ich habe etwas ganz anderes studiert“

Du hast gar nicht den fachlichen Hintergrund für das, was du gerne tun würdest, also macht es ja gar keinen Sinn, Pläne dafür zu schmieden.

Thema 5: Jammern auf hohem Niveau

Typische Gedanken hier sind: „Ich jammere ja schon auf hohem Niveau, anderen geht es schließlich viel schlechter. Sooo schlimm ist es ja nun auch nicht, ich sollte zufrieden sein mit dem, was ich habe.“

Hier nimmt dein Gehirn als Maßstab für dein Lebensglück also nicht dein eigenes, ganz individuelles Glücksempfinden, sondern zieht eine externe Skala heran, nämlich die Situation von anderen Menschen, denen es schlechter geht als dir.

Level 2 – Die wahren Gründe, die dich blockieren

Vielleicht hast du dich in dem ein oder anderen Punkt wiedergefunden. Lass uns jetzt ein wenig tiefer gehen und uns anschauen, was oft wirklich hinter solchen oberflächlichen Begründungen unseres Verstandes steckt. Mir begegnen hier am häufigsten drei Kategorien: unbewusste, blockierende Überzeugungen, Ängste und das Gefühl, gar nicht so recht zu wissen, was man eigentlich verändern möchte.

Unbewusste, blockierende Überzeugungen

“Dieses wundervolle Leben ist nicht für mich, das gehört nicht zu mir, in dieser Liga spiele ich nicht.”

“Ich bin es nicht wert, alles zu haben, was mich glücklich macht.”

„Man kann nicht alles haben.“

“Ich bin nichts Besonderes.”

„Ich darf nicht herausstechen.“

„Ich bin nicht gut genug, intelligent genug, lernfähig genug, kreativ genug…“

Kommt dir das bekannt vor? Das sind alles nur Programme. Es sind Dinge, die du an einem bestimmten Punkt in deinem Leben über dich geschlussfolgert hast und jetzt für die Wahrheit hälst. Aber sie sind nicht die Wahrheit. Du bist nicht diese Programme. Du bist das unendliche Bewusstsein dahinter – mit einer Manifestations- und Schöpferkraft, die viel stärker ist als du es im Moment für möglich hältst. Im Coaching können wir solche unbewussten Programme ans Licht holen, auflösen und neue Programme „installieren“, die dich stärken und unterstützen.

Ängste

Angst 1: Angst vor Ablehnung bzw. eine Kombination aus Angst vor Ablehnung und Alleinsein

“Wenn ich voll losgehe für mich, werde ich abgelehnt und verlassen” 

Fakt ist: Ja, es werden Menschen gehen, wenn du dich veränderst. Ja, es wird Menschen geben, die das, was du machst, nicht gut finden. Aber: möchtest du bleiben, von ihnen gemocht werden und dafür den Preis bezahlen, dich selbst immer weiter von dir zu entfernen? Oder möchtest du bei dir ankommen, in dir Ruhe, Sicherheit und Klarheit darüber haben, wer du bist und was du möchtest und so genau die Menschen anziehen, die DIESE wahre Version von dir lieben?

Angst 2: Angst vor dem Scheitern

Ich bin der Auffassung, dass es so etwas wie Scheitern nicht gibt, denn gescheitert bist du nur, wenn du es gar nicht erst versuchst. Und sobald du losgegangen bist, kannst du nicht mehr scheitern – du kannst nur wertvolle Erkentnisse und Erfahrungen sammeln. Mit dem Begriff „scheitern“ meine ich also hier in diesem Zusammenhang die Angst, dass es schiefgeht, dass das Ergebnis, das du dir gewünscht hast, nicht eintritt. Hinter dieser Angst verstecken sich wieder verschiedene „Unterängste“:

  • Angst vor Blamage – „Was denken denn alle, wenn ich es in den Sand setze? Wie stehe ich dann da?“

Das ist übrigens eine Angst, die ich sehr lange hatte – und manchmal klopft sie immer noch an, aber mittlerweile kann ich konstruktiv mit ihr umgehen

Fakt ist: Ja, es ist möglich, dass du hinfällst. Aber es werden sich immer nur die Menschen über dich lustigmachen, die nicht den Weg gegangen sind oder die neidisch sind, dass du dich traust und sich selbst besser fühlen, wenn sie dich hinfallen sehen, denn dann ist das für sie eine Entschuldigung, gar nicht erst für sich selbst loszugehen

  • Angst, wieder bei null zu stehen und dann nicht noch einmal die Kraft oder die Ressourcen zu haben, es noch einmal zu versuchen

Warum glaubst du, dass du es nicht noch einmal schaffst, wenn du schon einmal losgelaufen bist? Falls es nicht klappt, startest du beim nächsten Mal ja nicht von null, sondern baust auf deinen bisher gewonnenen Erfahrungen auf.

  • Du hast Angst, ins Alte zurückgehen müssen und dann erst recht zu erkennen, dass du das nicht mehr möchtest – also gehst du gar nicht erst los, um dieses Gefühl u vermeiden

Für den Fall, dass das passiert: Was ist das Schlimmste, das dann passieren kann? Und was hindert dich dann daran, noch einmal loszugehen?

Angst 3: Sich selbst verlieren

Diese Angst kenne ich aus meiner eigenen Geschichte sehr gut. Vor ein paar Jahren habe ich mein Leben komplett umgekrempelt. Ich habe mich gleichzeitig aus meiner Partnerschaft gelöst, die gemeinsame Wohnung gekündigt und meinen Job gewechselt. In diesem Jahr habe ich dann meinen Angestelltenjob gekündigt und bin voll in mein eigenes Business gesprungen. All das waren Veränderungen, die mir eine Riesenangst gemacht haben. Ich hatte das Gefühl, diese Veränderungen sind so groß, dass ich nicht mehr ich selbst bin, wenn ich zu dieser Version von mir werde, auch wenn ich da gern hinwollte – und ja, wenn wir solche gewichtigen Bereiche unseres Lebens verändern, werden wir zu einer anderen Version von uns und ein alter Teil darf gehen. Und das ist okay. Wir sind Menschen. Wir sind am Leben. Leben ist nicht statisch, es ist ein dynamischer Prozess – wir wachsen, alte Hüllen werden uns zu klein, wir streifen sie ab und wachsen zu einer neuen Version. Und das schönste ist: Wir können entscheiden, welche Version das sein soll.

Angst 4: Unsicherheit, wie sich die Zukunft gestaltet und Angst davor, dass Umstände auftauchen, mit denen du nicht umgehen kannst

Diese Angst ist absolut nachvollziehbar – unser Gehirn möchte Sicherheit und Planbarkeit für uns. Wenn wir etwas verändern, dann ist das ungefähr so als würde der Steinzeitmensch plötzlich einfach in unbekanntem Terrain herumwandern – ohne zu wissen, ob es dort genug Nahrung und eine freie Höhle gibt oder wo dort der Säbelzahntiger unterwegs ist. Veränderungen bedeuten immer Gefahr für unser Reptiliengehirn, also möchte unser System uns in dem halten, was wir kennen.

Die gute Nachricht ist, dass es hier keine Säbelzahntiger mehr gibt und dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass du verhungerst oder kein Dach mehr über dem Kopf hast, wenn du etwas veränderst. 

Du kannst dich also fragen, warum du glaubst, dass deine persönlichen Ressourcen nicht ausreichen, um mit neuen, unbekannten Situationen umzugehen. Woher sollst du wissen, was auf dich wartet? Du warst in dieser neuen Realität, die du gestalten möchtest, ja noch nie. Also versuche nicht, alles vorherzusehen, sondern arbeite daran, auf dich und deine Fähigkeiten zu vertrauen, mit allem umzugehen, was dir auf dem Weg begegnet. 

Unsicherheit

Vielleicht weißt du selbst gar nicht so genau, was du eigentlich verändern möchtest. Dann läufst du nicht los, weil du ja noch nicht weißt, wohin – und du suchst dir schon gar nicht Unterstützung, denn schließlich willst du deinem/r Coach ja genau sagen können, was du willst und vor ihm/ihr nicht komisch dastehen.

Ich kann dir sagen: Es ist völlig normal, wenn du noch kein konkretes, fixes Bild hast, was genau du wie verändern möchtest. Wenn du das hättest, bräuchtest du vermutlich keine Unterstützung auf dem Weg bzw. würdest einfach losgehen.

Ganz häufig sind wir im Leben bisher einen mehr oder weniger konsistenten Weg gegangen mit einem mehr oder weniger roten Faden. Wir haben uns selbst noch gar nicht so sehr ausprobiert, dass wir wüssten, was wir wirklich wollen und wir haben verlernt, so groß und grenzenlos zu träumen, dass wir alle Gedanken zulassen würden. Stattdessen deckeln wir unsere Träume, sobald sie zu „unrealistisch“ werden – ist doch klar, dass wir da nie auf einen grünen Zweig kommen, wenn wir uns weder erlauben, Dinge zu Ende zu denken noch, einfach mal loszulaufen und etwas auszuprobieren.

Wenn du also gerade unsicher bist, was du eigentlich möchtest, dann überlege dir, was dir Freude macht, welche Themen dich interessieren – und dann mache mehr davon. Wenn du fühlst, dass du alleine nicht weiterkommst, dann such dir Unterstützung, aber erlaube dir, loszugehen.

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir dabei geholfen, ein paar deiner Erfolgsverhinderer zu enttarnen, sodass du jetzt mit ihnen arbeiten kannst, damit sie dich nicht länger davon abhalten, für dich wirklich das zu erschaffen, was du eigentlich im Leben möchtest.


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